Samstag, September 09, 2006

Gutnachtgeschichte für meinen kleinen Bruder Marco (aus dem Netz geklaut)

Ein junges Ehepaar lebte recht vergnügt und glücklich beisammen und hatte nur den einen einzigen Fehler, der in jeder menschlichen Brust daheim ist: wenn man es gut hat, hätte man es gern besser. Aus diesem Fehler entstehen so viele törichte Wünsche, woran es unserm Hans und seiner Liese auch nicht fehlte. Bald wünschten sie des Schulzen Acker, bald des Löwenwirts Geld, bald des Müllers Haus und Hof und Vieh, bald einmalhunderttausend Millionen bayerische Taler kurzweg.

Eines Abends aber, als sie friedlich am Ofen saßen und Nüsse aufklopften, kam durch die Kammertür ein weißes Weiblein herein, nicht mehr als eine Elle lang, aber wunderschön von Gestalt und Angesicht - und die ganze Stube war voll Rosenduft. Das Licht erlosch, aber ein Schimmer wie Morgenrot, wenn die Sonne nicht mehr fern ist, strahlte von dem Weiblein aus und überzog alle Wände.

Über so etwas kann man nun doch ein wenig erschrecken, so schön es aussehen mag. Aber unser gutes Ehepaar erholte sich doch bald wieder, als das Fräulein mit wundersüßer, silberreiner Stimme sprach: "Ich bin eure Freundin, die Bergfee Anna Fritze, die im kristallenen Schlosse mitten in den Bergen wohnt, mit unsichtbarer Hand Gold in den Rheinsand streut und über siebenhundert dienstbare Geister gebietet. Drei Wünsche dürft ihr tun. Drei Wünsche sollen erfüllt werden."

Hans drückte den Ellbogen an den Arm seiner Frau, als ob er sagen wollte: "Das lautet nicht übel." Die Frau aber war schon im Begriff den Mund zu öffnen und etwas von ein paar Dutzend goldgestickter Hauben, seidenen Halstüchern und dergleichen zur Sprache zu bringen, als die Bergfee sie mit aufgehobenem Zeigefinger warnte: "Acht Tage lang", sagte sie, "habt ihr Zeit. Bedenkt euch wohl - und übereilt euch nicht!"

"Das ist kein Fehler", dachte der Mann und legte seiner Frau die Hand auf den Mund. Das Bergfräulein aber verschwand. Die Lampe brannte wie vorher und statt des Rosenduftes zog wieder wie eine Wolke am Himmel der Öldampf durch die Stube.

Obschon nun unsere guten Leute in der Hoffnung zum Voraus glücklich waren und keinen Stern mehr am Himmel sahen, sondern laute Bassgeigen, so waren sie jetzt doch recht übel dran: vor lauter Wunsch wussten sie nicht, was sie wünschen sollten. Und hatten nicht einmal das Herz, recht daran zu denken oder davon zu sprechen, aus Furcht, es möchte als gewünscht gelten, ehe sie es genug überlegt hätten. Nun sagte die Frau: "Wir haben ja noch Zeit bis zum Freitag."

Des anderen Abends, während die Kartoffeln zum Nachtessen in der Pfanne prasselten, standen Mann und Frau vergnügt an dem Feuer beisammen, sahen zu, wie die kleinen Feuerfünklein an der rußigen Pfanne hin und her züngelten, vertieft in ihr künftiges Glück.

Als die Frau aber die gerösteten Kartoffeln aus der Pfanne in die Schüssel tat und ihr der Geruch lieblich in die Nase stieg, da sagte sie in aller Unschuld und ohne an etwas anderes zu denken: "Wenn wir jetzt nur ein gebratenes Würstlein dazu hätten." Und - o weh! - da war de erste Wunsch getan.

Schnell, wie ein Blitz kommt und vergeht, kam es wieder wie Morgenrot und Rosenduft untereinander durch den Schornstein herab. Und auf den Kartoffeln lag die schönste Bratwurst. - Wie gewünscht, so geschehen. - Wer sollte sich über einen solchen Wunsch und seine Erfüllung nicht ärgern, welcher Mann übe solche Unvorsichtigkeit seiner Frau nicht unwillig werden?

"Wenn dir doch nur die Wurst an der Nase angewachsen wäre!", sprach in der ersten Überraschung, auch in aller Unschuld und ohne an etwas anderes zu denken, der Mann. Und - wie gewünscht, so geschehen. Kaum war das letzte Wort gesprochen, so daß die Wurst unter der Nase des guten Weibes fest wie angewachsen und hing zu beiden Seiten herab wie ein Husarenschnurrbart.

Nun war die Not der armen Eheleute erst recht groß. Zwei Wünsche waren getan - und noch waren sie um keinen Heller und um kein Weizenkorn, sondern nur um eine böse Bratwurst reicher. Noch war zwar ein Wunsch übrig, aber was half nun aller Reichtum und alles Glück zu einem solchen Nasenzierrat der Hausfrau?

Wohl oder übel mussten sie die Bergfee bitten, mit unsichtbarer Hand Barbierdienste zu leisten und Frau Liese wieder von der verwünschten Wurst zu befreien. Wie gebeten, so geschehen. Der dritte Wunsch war nun auch vorüber und die armen Eheleute sahen einander an, waren derselbe Hans und dieselbe Liese nachher wie vorher - und die schöne Bergfee kam niemals wieder.

quelle: wikisource.org

nachtrag: das beiboot

hier noch ein bild vom juli.
im hintergrund meine mama. wir müssen uns beide immer der umgebung entsprechend anziehen. das ist so ein tick von uns. ist vererbbar und heisst im fachjargon chamäleon-syndrom.

Mittwoch, September 06, 2006

wieder da

wir sind wieder hier, wieder in döve. das schiff steht noch, ist weder ersoffen, noch einem brandanschlag zum opfer gefallen. wir werden also keine horrende versicherungssumme kassieren, sondern dran weiterarbeiten wie bisher.

und wer bis jetzt keine karte aus portugal erhalten hat, wird wohl leider auch nie eine erhalten. sucht euch eine aus


mit lieben grüssen aus der sonnigen algarve
hans & iria

Dienstag, September 05, 2006

TAG 16 | Lissabon

sehr zu empfehlen, die pensao imperial.
zentral, billig (das doppelzimmer für 40, die besenkammer für 25 euro) und charmant.
ausser dass die pension im 4. stock liegt (0hne lift) und das man bisweilen das gefühl hat, man sei in einem altersheim gelandet, das seine einnahmen durch die vermietung von zimmern aufstockt, ist dagegen nichts einzuwenden.


und die schönsten toiletten von lissabon gibts im casa do alentejo.

TAG 14 | Tavira


problem:
ein teller klemmt in der pfanne.
öl nützt nichts, seife nützt nichts, gewalt diesmal auch nicht.

lösung:
man leime einen hammer an den teller und lasse das ganze über nacht stehen. am nächsten morgen kann man den hammer mitsammt dem teller ohne probleme aus der pfanne ziehen.


robi auf dem brätt.

TAG 13 | Praça Larga


TAG 12 | Ayamonte

weil flussfahrten für senioren sind, fahren dominic und ich mit dem auto zurück nach ayamonte.


fischhändler in den bergen.


die brücke von oben.

TAG 11 | Alcoutim

nicht nur für rentner, aber fast: eine flussfahrt auf dem grenzfluss zwischen portugal und spanien, dem rio guadiana.

auch hier gibts gezeiten, während der flut fliesst der fluss aufwärts. und zwar ziemlich geschwinde. der tidenhub beträgt ungefähr 2 meter. wenn man unten durch ist, weiss man, es hat gereicht.


francisco a. kriegt meine stimme! sieht doch ganz nett aus und die strassentafel im hintergrund auch. nur noch 750 m bis zur abzweigung nach alcoutim. aha...


patchwork-kissen in form eines autos.


nachtessen am grenzfluss:
der eine will uns nicht, der andere hat nicht genug für acht personen und wir einen bärenhunger und einen riesendurst. also ein bierchen trinken und was kleines gegen das ärgste knurren, eine omelette und eine portion fritten. da machen sich plötzlich vier von uns aus dem staube, rüber nach spanien, dort soll es feines essen gehen. wir vier warten auf die omelette und die fritten. der wirt hat mitleid und bringt zwei omeletten und zwei portionen pommes. die omletten sind vollfett, die pommes vollfett und schlaff, die müssen wir nun zu viert aufessen. und natürlich auch bezahlen. die fahrt über den grenzfluss ist leider zu kurz, als dass wir uns übergeben könnten. in spanien warten die anderen vier und schwärmen von den raffinierten tapas, der frische gazpacho und den aromatischen schmortöpfen. in der nacht gibts eine wüste meuterei auf dem schiff.

TAG 10 | Ayamonte, Spanien

feiner furztopf und calamares-ringli.

TAG 9 | Tavira

wandpolitik in faro



dominic und toni in der diagonalen



salinen von tavira


gruss an sidi in döve

TAG 8 | Faro

selber fangen - braten lassen


haus zu verkaufen!
und eine weitere inspiration für die nächste theaterblut-agenda (wenn es dann hoffentlich wiedermal eine geben sollt...)



noch a bissi kitsch


TAG 7 | Lagune von Faro

hängen

fein essen
mit dem dinghi an land fahren
und wieder fein essen


und zufrieden sein

TAG 6 | Portimão

wenns überall raucht und man ganz schnell an einen tisch gesetzt wird und dann ganz lang auf ein paar fischli warten muss, dann ist man in den sardinen-bratereien von portimão.

TAG 5 | Lagos

das ankerlicht ist kaputt.


strände nur für uns ganz alleine.

TAG 4 | Cabo São Vicente

der südwestlichste punkt von europa, cabo são vicente. hier gibts die letzte bratwurst vor amerika. leider sind wir nicht in den genuss von wolfgangs sauglatten sprüchen gekommen, denn meine herkunft verbietet es mir, tütschi wörscht zu essen.


tatjana funkt,
brücke geht auf.


warum bloss bauen wir nicht ein solches boot?
ausschneiden, falzen, zusammenkleben.
ist übrigens zu verkaufen. ganz billig.

TAG 3 | Lagos