Donnerstag, Mai 21, 2009

Kithira - Antikithira

In Kithira ist nichts los. Aber im Gegesatz zu Antikithira geht dort schon fast die Post ab!
Weil uns langsam die Vorräte ausgehen, suchen wir ohne grosse Hoffnung auf Antikithira einen Laden. Und finden tatsächlich einen. Der Supermarket ist eigentlich eine Küche, einzig am Kühlschrank mit Glastüre könnt man erahnen, dass es sich um einen Laden handelt. Die restliche zu verkaufende Ware ist in offenen Chuchichäschtlis ausgestellt. Viel gibts nicht, Crackers und Toastbrot, Feta und Olivenöl.
In der Küche sind drei Männer, einer kann ziemlich gut Englisch. Wieviele Leute denn auf der Insel wohnen würden, will ich wissen. Am Silvester seien es 21 Leute plus der Arzt und der Polizist gewesen. Aha, und warum werden die gesondert aufgezählt? Weil der Arzt immer nur 3 Monate bleibe, dann komme der nächste. Der Polizist arbeite nur einen Monat, hat einen Monat frei, arbeite wieder einen usw. Wenn er frei hat, käme ein anderer Polizist, die teilen sich also die Stelle, jeder arbeitet nur 6 Monate im Jahr. Dann aber voll. Gäbe sicher viel zu tun, mit all den Räubern, Mördern und Halunken auf der Insel, witzle ich. Der Mann witzelt zurück. Dann bietet er uns an, Wind und Wetter für die kommenden Tage für uns im Internet zu checken. Aha, der Mann hat sogar Internet! Was er denn hier auf der Insel mache, neugieren wir. Er sei der Polizist. Aha, zum zweiten.

Leintücher trocknen.

Am späteren Nachmittag verlassen wir Dorf und Polizist um für die Nacht eine einsame Bucht anzusteuern, welche Hans und Patrick beim Landerkundungsgang von oben gesichtet haben.
Ziemlich rauhe See.

Rund ums Kap und plötzlich ist alles ruhig. Fast schon gespenstisch. Wir sind froh, dass wir so und nicht andersrum ums Kap gefahren sind.

Die Bucht ist dann doch etwas enger, als es dem Hans und dem Patrick von oben erschienen ist. Aber niemand will zurück auf die rauhe See. Patrick muss wortwörtlich ausbaden, noch und noch und noch ein Seil, das an einem Fels angemacht werden muss. Nach einer halben Stunde ist es geschafft, mit 5 Seilen, Patrick mit blauen Lippen und Hans trockenen Fusses, aber schwitzend*.

Am Abend lesen wir im Insel-Faltprospekt:

Zur Übernachtung werden auf Antikithira Privatzimmer angeboten. Auf Grund des begrenzten Zimmerangebotes ist es empfehlenswert, vor einem Besuch der Insel mit der Gemeindeverwaltung oder der örtlichen Polizeistation zwecks Zimmer reservierung Kontakt aufzunehmen.

Aha Nummer drei: Somit wissen wir nun also doch noch, was der Polizist auf der Insel so treibt nebst dem Ganovenfang. "Polizeiposchte Antikithira, Grüezi. – Nai, tuet üs laid, hüt Nacht isch leider alles uusbuechet. Aber wenns ihne nünt usmacht, für eimol trennti Schlofzimmer z'ha, mir hettet do no zwei Einzelzelle. "

*Das Boot treibt ab, der Fels kommt näher und näher, sapperlott, sind die Seile endlich angemacht, mehr nach rechts, mehr nach rechts, halt, hier wird es extrem untief, schnell,schnell, und das andere Seil, los, nein, hier, weiter nach hinten, festmachen, schnell "He Hans, sorry gäll, aber könntest du mir nicht nochmals zeigen, wie der Palstek geht?" Das sind die Momente, wo sich Hans eine Grenadier-Crew wünscht :-)

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