Dienstag, Juni 19, 2007

Knopf rein Knopf raus

Zur Zeit montiere ich all die Scharniere und die Verschluss-Knöpfe an die einzelnen Türchen und Luken. Wenn erst mal der Knopf drin ist, dann muss man ihn ganz oft rein- und wieder rausdrücken. Weil das ein so schöner Klang ist. Und der Knopf, der flüstert mir ins Ohr "nun ist es fertig".
Rein raus rein raus.




Und dann die Montage in der Küche und grad nochmals rein raus rein raus. Bei jedem Knopf einzeln.




Und in der Koje vorne links, rein raus rein raus.


Derweil baut der Hans einen Sitz für eine der hinteren Kojen. Und manchmal, da verwandelt sich der Sitz wieder zurück in einen Igel. Vorallem, wenn jemand in Badehose draufsitzt. Also meide die hinteren Kojen!

4 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

ich frage mich manchmal, ob ihr dann eure zeit auf dem schiff überhaupt geniessen könnt, oder ob ihr dauernd die produkte eurer unglaublichen arbeit anschauen und betrachten müsst. kann man in einer küche kochen, in der man bei jedem knopf zig mal geploppt hat? kann man sich da auf so etwas banales wie das schnippeln von gemüse konzentrieren? kann man einfach auf so eine von hand mit schwielen dran gezimmerte bank sitzen, oder will man vor lauter ehrfurcht einfach lieber stehen bleiben? ihr werdet skipper anheuern müssen...

iria hat gesagt…

ja, das frag ich mich also tatsächlich manchmal auch. also auf das schnippeln in unserer superküche, darauf freu ich mich. hatte noch nie in einem schiff eine so komfortable küche, wie wir sie haben werden.
aber das problem ist, dass ich immer überall die fehler sehe. weiss ganz genau, wo ich nicht gut geölt habe, wo es einen hick hat, noch schlimmer, ich sehe sogar durch die wände hindurch...
und ich hoffe, dass ich mich dann zusammennehmen kann, wenn jemand einen kratzer macht, und ihm nicht grad an die gurgel springe.

Anonym hat gesagt…

aber aber, das glas ist doch halb voll...

Anonym hat gesagt…

ihr fragt euch, warum iria nix neues schreibt? das tagblatt hat die antwort: iria weilt im sommerhäuschen, tanzt um den maibaum, pflückt birkenblätter und legt sie in die badewanne, isst eingelegten hering mit kartoffeln, sucht sieben verschiedene blumen und legt sie unter das kopfkissen, trinkt dann noch reichlich bier, bevor sie den tag mit einem verkehrsunfall abschliesst. und wir schweizer essen jeden tag chäs, brodwörscht und blasen das alphorn, so ist das. aber lest doch selber (tagblatt vom 22.06.07):

Trunken vom Mittsommer
In Schweden wird an diesem Wochenende Mittsommer gefeiert. Das Überbleibsel aus der Wikingerzeit ist das zweitwichtigste Fest nach Weihnachten. Nach dem langen und dunklen skandinavischen Winter wird das wiederkommende Licht und das Aufblühen der Natur gefeiert.

Wer ein Sommerhäuschen hat, und das sind ziemlich viele Schweden, fährt hinaus und feiert mit Familie und Freunden. Dabei wird viel getrunken. Mittsommer wird deshalb immer wieder durch die höchste Verkehrsunfallrate des ganzen Jahres überschattet. Etwa 300 Unfälle registriert die Polizei durchschnittlich – viel für ein Land mit neun Millionen Einwohnern und restriktiven Geschwindigkeitsbegrenzungen. Auch die an Mittsommer besonders zahlreichen, alkoholbedingten Familienstreitigkeiten sind fast schon Tradition.

Lebendige Naturkräfte
Das Fest zum Mittsommer beginnt, laut einem Gesetz aus den 50er-Jahren, jeweils an dem Freitag, der dem längsten Tag im Jahr am nächsten ist. Zumindest im Norden Schwedens geht die Sonne dann gar nicht mehr unter. Zu dieser Zeit sollen die Naturkräfte besonders lebendig sein. Blätter können als heilende Wundumschläge verwendet werden. Ein Badewasser mit den in der Mittsommernacht gepflückten Birkenblättern soll alles Böse auflösen können.

Trolle und Elfen tanzen mit
Zu Beginn des Festes wird die dekorierte Mittsommer-Stange aufgestellt. Sie ähnelt dem deutschen Maibaum und soll ursprünglich ein Symbol für Fruchtbarkeit gewesen sein. Zu Volksliedern wird um sie herumgetanzt. Auch heute noch tragen viele Schweden dabei traditionelle Trachten. Dann wird gegessen: eingelegter Hering und Kartoffeln. Dazu werden reichlich Bier und vor allem Schnapsgläschen gefüllt mit Branntwein oder Wodka serviert. Zum Dessert gibts Erdbeeren. Anschliessend wird die Nacht hindurch getanzt und gefeiert. Auch die schwedischen Elfen und Trolle sollen dann durch die Wälder tanzen.

Einer alten Tradition gemäss sammeln in dieser Nacht die ledigen jungen Schwedinnen sieben verschiedene Blumen, die sie unter ihr Kopfkissen legen. In der Nacht sollen sie dann von ihrem zukünftigen Ehemann träumen. Praktiziert wird Letzteres jedoch kaum noch. Schwedinnen ziehen heutzutage eine weniger passive Partnerschaftswahl vor.

André Anwar, Stockholm